Optimierungsfaktor: Intensität der Aufgabenbearbeitung

In Allgemein // on April 4th, 2016 // by // No comment

Während eines Telefonats mit einer Personalleiterin sprachen wir kürzlich über die zunehmende Wichtigkeit eines optimalen Zeit-/Selbstmanagements. Natürlich ging es im Verlauf des Gesprächs zunächst um die gute Organisation der Arbeitsabläufe sowie ein gutes Aufgabenmanagement. Aber dann platzte es fast aus ihr heraus. Sie stelle immer wieder fest, berichtete Sie, dass oft die Intensität, mit der Aufgaben bearbeitet werden zu einer starken Belastung der Mitarbeiter führt. Vielfach wird schon, so ihre Beobachtung, in einem frühen Stadium der Aufgabenbearbeitung sehr detailreich und damit zeitintensiv an Themen gearbeitet. In der nächsten Abstimmungsrunde mit Kollegen, Vorgesetzten oder Kunden, werden dann einige Ergebnisse wieder über den Haufen geschmissen.

Ich konnte ihr entgegnen, dass ich regelmäßig die gleiche Erfahrung mache und die Intensität der Aufgabenbearbeitung daher einer der fünf Optimierungsfaktoren des Wirksamen Selbstmanagements ist. Hierbei handelt es sich um die Selbstmanagement-Methode, die ich vor Jahren aus der eigenen Praxis heraus entwickelt und sukzessive weiter verfeinert habe.

In Workshops und Business-Sparrings berichten die Teilnehmer immer wieder von einer hohen Arbeitslast und Ihrem Wunsch, diese besser meistern zu können. Ganz ohne Frage steigt sowohl die Anzahl der Aufgaben, als auch ihre Komplexität. Die genauere Betrachtung der jeweiligen Aufgaben und der zugehörigen Zielstellung mündet allerdings nicht selten in der Erkenntnis, dass die Bearbeitung anders ablaufen kann, als zunächst gedacht. „So muss man diese Aufgabe doch angehen.“, lautet der Satz, der durch die Diskussion oft ins Wanken kommt.

Ein Abteilungsleiter, den ich per Business-Sparring begleiten durfte, konnte gar nicht verstehen, dass sein Vorgesetzter ihm immer wieder Aufgaben übertrug, die offensichtlich in der verfügbaren Zeit nicht zu schaffen waren. Gemäß seinem Aufgabenverständnis war dies absolut richtig. Sein Vorgesetzter erwartete allerdings nicht die komplette Ausarbeitung eines Themas, sondern nur eine erste Einschätzung durch seinen Fachmann. Eine entsprechende Vereinbarung zwischen den beiden schaffte schliesslich Abhilfe. Der Abteilungsleiter traute sich nun, seinem Vorgesetzten auch „unfertige“ Ergebnisse vorzulegen und der Vorgesetzte war erleichtert, rasch die gewünschte kurze Antwort zu bekommen.

Auch ich selbst muss manchmal inne halten und mich fragen, welcher Detailgrad und welche Ausarbeitungsreife für die aktuelle Aufgabe angemessen ist. Nur allzu gern folge ich dem inneren Ruf nach der Erarbeitung des besten Ergebnisses. Aber, was ist in dem jeweiligen Projekt das Beste? Natürlich verlangt es manchmal den Sprung über den eigenen Schatten, etwas „Unausgegorenes“ abzuliefern. Besitzt das vorgestellte Ergebnis jedoch die angemessene Reife, sind Handlungsempfehlungen zum weiteren Vorgehen und eventuelle Alternativen enthalten, erlebe ich immer wieder eine gewisse Erleichterung auf der Gegenseite. Auf Basis meiner Vorlage gehen wir gemeinsam und meist mit raschen Fortschritten an die weitere Ausarbeitung.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Eine sorgfältige Aufgabenbearbeitung ist für mich in der finalen Phase sehr wichtig. Gerade in unserer überaus dynamischen Zeit ist es jedoch sinnvoll, den Detailgrad erst dann zu erhöhen, wenn das zugehörige Projekt die entsprechende Reife erlangt hat.

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